Kurz gesagt
Der Aufschlag teilt den Gewinn durch die Kosten, die Marge teilt ihn durch den Nettopreis. Wer 30 % Marge will und nur 30 % auf die Kosten aufschlägt, landet bei 23,1 % und verschenkt bei jedem Auftrag Geld.
In diesem Ratgeber
Der Aufschlag ist das, was du auf deine Kosten draufrechnest. Die Marge ist der Anteil des Verkaufspreises, der als Gewinn übrig bleibt. Beide rechnen mit denselben Euros, teilen aber durch verschiedene Zahlen. Deshalb hat derselbe Auftrag gleichzeitig 30 % Aufschlag und 23 % Marge. Wenn du 30 % verdienen wolltest und einfach 30 % auf die Kosten gelegt hast, fehlt dir bei jedem verschickten Angebot ein Stück.
In der Kalkulation heißt der Aufschlag oft Kalkulationsaufschlag, die Marge auf den Preis auch Handelsspanne. Gemeint ist dasselbe Paar.
Die zwei Formeln
Nimm einen Auftrag, der dich 1.200 € an Material und Lohnkosten kostet und den du für 1.560 € netto anbietest.
- Aufschlag = Gewinn ÷ Kosten = 360 € ÷ 1.200 € = 30 %
- Marge = Gewinn ÷ Nettopreis = 360 € ÷ 1.560 € = 23,1 %
Umrechnen von einem zum anderen:
- Marge = Aufschlag ÷ (1 + Aufschlag)
- Aufschlag = Marge ÷ (1 − Marge)
Und die Formel, auf die es beim Kalkulieren ankommt: Nettopreis = Kosten ÷ (1 − gewünschte Marge). Für 30 % Marge auf 1.200 € Kosten sind das 1.200 € ÷ 0,7 = 1.714,29 €.
Erst die Marge, dann die MwSt
Aufschlag und Marge rechnest du immer auf den Nettopreis. Die Umsatzsteuer gehört dir nicht, sie geht ans Finanzamt. Der Regelsatz liegt 2026 bei 19 % nach § 12 Abs. 1 UStG.
| Betrag | |
|---|---|
| Kosten | 1.200,00 € |
| Nettopreis für 30 % Marge | 1.714,29 € |
| MwSt 19 % | 325,72 € |
| Bruttopreis für den Kunden | 2.040,01 € |
Wer die Marge auf den Bruttopreis bezieht, rechnet sich 325,72 € Gewinn schön, die er nie behält. Bist du Kleinunternehmer nach § 19 UStG, weist du keine MwSt aus, und Nettopreis und Rechnungsbetrag sind dieselbe Zahl.
Umrechnungstabelle
| Aufschlag auf die Kosten | Marge auf den Preis |
|---|---|
| 10 % | 9,1 % |
| 20 % | 16,7 % |
| 25 % | 20,0 % |
| 30 % | 23,1 % |
| 42,9 % | 30,0 % |
| 50 % | 33,3 % |
| 66,7 % | 40,0 % |
| 100 % | 50,0 % |
Die Marge kann nie 100 % erreichen. Der Aufschlag kann beliebig groß sein, und auch deshalb klingt er im Gespräch nach mehr.
Was die Verwechslung im Jahr kostet
Angenommen, deine Aufträge summieren sich im Jahr auf 200.000 € Kosten, und du willst 30 % Marge.
- Kalkuliert mit 30 % Aufschlag: Umsatz 260.000 € netto, Rohgewinn 60.000 €.
- Kalkuliert auf echte 30 % Marge: Umsatz 285.714 € netto, Rohgewinn 85.714 €.
Der Unterschied: 25.714 € für dieselbe Arbeit, dieselben Stunden und dieselben Kunden. Er taucht nirgends als Verlust auf, nur als ein Jahr, das sich voller angefühlt hat, als der Kontostand zeigt.
Wann du was nimmst
Kalkuliere mit der Marge. Gemeinkosten, Gewinnziel und deine Auswertungen rechnen alle in Marge, weil sie Anteile am Umsatz sind. Wenn dein Steuerberater sagt, dein Rohgewinn liege bei 28 %, ist das Gewinn geteilt durch Umsatz.
Ein Aufschlag aufs Material ist in Ordnung, wenn du weißt, was er bedeutet. Viele Gewerke legen einen festen Aufschlag auf das Material aus dem Großhandel oder Baumarkt (etwa 25 %, also 20 % Marge) und rechnen die Arbeit über einen Stundensatz ab. Das funktioniert, solange du am Ende die Marge des ganzen Auftrags prüfst und nicht nur die Materialzeile.
Prüf den fertigen Auftrag, nicht nur das Angebot. Das Angebot trifft die geplante Marge. Der Auftrag endet bei der Marge, die er wirklich gebracht hat, nach der zusätzlichen Fahrt, dem falsch bestellten Teil und der Stunde, die keiner aufgeschrieben hat. Der Auftragsgewinn-Rechner zeigt dir die echte Marge eines abgeschlossenen Auftrags in wenigen Sekunden. In VanReceipts Pro siehst du Gewinn und Marge pro Auftrag laufend, aus den Belegen, Stunden und Fahrtkosten, die du dem Auftrag zuordnest.
Die Preis-Ratgeber wenden das auf echte Aufträge an: Elektroarbeiten, Sanitärarbeiten, Kleinaufträge, Garten- und Landschaftsbau und Malerangebote.
Was hat der Auftrag wirklich gebracht?Gewinn und Marge jedes Auftrags in Sekunden.Häufige Fragen
Sind 50 % Aufschlag auch 50 % Marge?
Nein. 50 % Aufschlag ergeben 33,3 % Marge. Für 50 % Marge brauchst du 100 % Aufschlag, also das Doppelte deiner Kosten als Nettopreis.
Welche Marge ist für einen Handwerksbetrieb gut?
Das hängt von Gewerk und Auftragsgröße ab. Kundendienst mit kleinen Rechnungen braucht oft eine höhere Rohmarge als große Sanierungen, weil die Gemeinkosten pro Auftrag ähnlich sind und die Rechnung kleiner ist. Werte deine eigenen abgeschlossenen Aufträge aus, um die Marge zu finden, die deine Gemeinkosten wirklich deckt und Gewinn übrig lässt.
Wie berechne ich den Aufschlag aus der Marge?
Teile die Marge durch eins minus die Marge. Für 25 % Marge: 0,25 ÷ 0,75 = 0,333, also 33,3 % Aufschlag.
Rechne ich die Marge mit oder ohne MwSt?
Ohne. Die MwSt führst du ans Finanzamt ab, sie ist weder Kosten noch Gewinn. Rechne Aufschlag und Marge auf den Nettopreis und schlag die MwSt erst danach auf.




